Wald, © Tourismusverein Moorbad Harbach, K. Haumer

Schwarzau

Ort der Erholung - durchwandern Sie das Himmelreich

Schwarzau ist eine kleine Streusiedlung inmitten eines bezaubernden Waldtals. Früher lebten hier viele Holzhacker. Heute sind nur noch wenige Häuser bewohnt. Die frühere Siedlung "Himmelreich" existiert nicht mehr, nur einige Steinfundamente zeugen vom ehemaligen Leben. Nahe ist der Grenzübergang für Wanderer und Radfahrer. Bald sind Sie im tschechischen Ort Zofien.

Das Flächenausmaß von Schwarzau beträgt ca. 7,5 km².

Schwarzau hat 8 Hauptwohnsitzer - inklusive Prinz Johannes zu Fürstenberg und seiner Frau Prinzessin Stephanie zu Fürstenberg, die Besitzer des Renaissance-Schlosses in Weitra.

Kurzer geschichtlicher Streifzug

Urkundlich wurde der Name „Schwarzau“ 1574 erstmals genannt. In diesem Jahr fand eine Grenzbeschreibung durch das Landesgericht Weitra statt. Darin heißt es: „…bis auf die Schwarzau im Wald.“

Der Name deutet auf eine Au hin, die sicherlich von gewaltigen Baumriesen umstanden war, die eine gewisse Dunkelheit, vielleicht sogar Schwärze ergaben. Auch das kleine Bächlein, das am Westhang des Nebelsteins entspringt, nach Böhmen übertritt und sich dort mit der Maltoch vereinigt, führt dunkles Moorwasser und kann Namensgeber des kleinen, lieblichen Tales gewesen sein.

Wahrscheinlich verdankt der Ort einer Glashütte, die seit dem Jahr 1710 bestanden hat, seine Entstehung. Die Glashütte stand nahe der Landesgrenze, westlich der nunmehrigen Straße, die nach Böhmen führte. Auf sie bezieht sich auch die Bezeichnung „Fürstenbergische Glashütte zu Weitra“, aus dem Jahre 1728.

Die Herrschaft betrieb die Hütten in Eigenregie. Ein Glasermeister war Vorstand. Die Verrechnung erfolgte durch den Hüttenschreiber, der ebenso wie der Meister, ein von der Herrschaft zur Verfügung gestelltes Häuschen besaß. Die Glasarbeiter wohnten zunächst in dem der Glashütte benachbarten Dorf, als aber der Wald abgeholzt war, errichteten sie ihre kleinen Hütten in der Nähe der Glashütte. Mit Nahrungsmitteln und Bier wurden sie von der Herrschaft versorgt. An der Glashütte Schwarzau waren 1764/65 sechs Glaser, sie arbeiteten im Akkord und wurden wöchentlich entlohnt. Sie betrieben auch eine kleine Landwirtschaft.

Die Glashütte zog mutige Zuwanderer an, die es wagten, den Kampf mit der erst urbar zu machenden Erde aufzunehmen. Es kamen Leute aus den Glashütten des Böhmerwaldes, andere Ansiedler waren angestammte Waldviertler. Auch Bayern mögen sich darunter befunden haben, da diese ja unter Karl II einwanderten.

Neuer Pächter wurde Karl Stölzle, ein Förstersohn aus Gratzen. Die beiden Glashütten Schwarzau und Joachimstal erfuhren eine neue Blütezeit. 1847 pachtete Stölzle auch die Hütte Altnagelberg. 1850 kündigte er den Vertrag mit der Herrschaft Weitra. 1851 wurde die Hütte aufgelassen.

Nach dem Verfall dieser Hütte nannte man diese Stelle „Alte Schwarzau“.

Der Meierhof wurde 1797 erbaut. Über der Toreinfahrt dieses erstgebauten Meierhofes stand folgende Inschrift: „Auf dieser Erde baut man fest, - sind alle doch fremde Gäst. Und wo man soll ewig sein, baut man sich nichts hinein – Gelobt sei Jesus Christus. 1797“

Im Jahre 1877 wurde der Meierhof umgebaut und damit die Toreinfahrt samt der Aufschrift entfernt.

Das älteste Häuschen der Schwarzau war das hölzerne Haus Nr.13, welches von Glashüttenarbeitern erbaut worden sein soll.

Die Volkszählung im Jahre 1901 ergab 15 Häuser und 197 Einwohner.

Das größte Gebäude ist der Fürstenbergische Meierhof.

Im Jahre 1933 war noch die letzte Köhlerei in Schwarzau in Betrieb.

Die Volkszählung 1934 ergab 175 Einwohner.

Nach dem Ende des 2.Weltkrieges nahm die Abwanderung der Bewohner von Schwarzau ständig zu. Sicherlich waren auch die nun in Verwendung stehenden Motorsägen, die jetzt um die Hälfte weniger Personal erfordern, ein Hauptgrund dafür. Häuser verfielen und mussten abgetragen werden. 1980 standen nur mehr 8 Häuser. Im Jahre 1979 befand sich kein einziger Ortsbewohner im Ort.

Im Jahre 1954 ließ die Fürstin eine kleine Holzkapelle vor dem Meierhof errichten.