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Urwald Hojná Voda

Einer der ältesten Urwälder Mitteleuropas

Der Urwald Hojná Voda (dt. Heilbrunn) liegt direkt an der österreichisch‑tschechischen Grenze im Gratzener Bergland und gehört gemeinsam mit dem nahen Žofínský prales zu den ältesten streng geschützten Urwaldgebieten Europas. Bereits 1838 wurden beide Gebiete unter Schutz gestellt – ein Meilenstein, initiiert vom Naturfreund und Adligen Graf Georg Franz August Buquoy.

Auf einer Fläche von rund 8,5 Hektar findet sich ein eindrucksvoller, nahezu unberührter Naturraum, in dem Buchen, Fichten und Tannen ein Alter von über 300 Jahren erreichen. Das Gebiet ist geprägt von moosbewachsenem Totholz, uralten Baumriesen und einer artenreichen Tier- und Pflanzenwelt. Hier leben seltene Käferarten, bedrohte Moose und Pilze sowie scheue Waldvögel wie Schwarzstorch, Dreizehenspecht oder Hohltaube.

Ein markierter Lehrpfad (ca. 3 km) führt durch das Naturdenkmal und vermittelt an mehreren Stationen Wissen über Waldgeschichte, Forstkartografie und die besondere Ökologie des Urwaldes. Die Tafeln sind in tschechischer Sprache gestaltet. Das Verlassen der Wege ist streng untersagt, um den sensiblen Lebensraum zu bewahren.

Der Urwald Hojná Voda ist vom Dorf Hojná Voda oder aus Österreich über den grenzüberschreitenden Radweg Via Verde, etwa von Moorbad Harbach oder Hirschenwies aus, gut erreichbar. Wer Ruhe, Ursprünglichkeit und die besondere Atmosphäre eines echten mitteleuropäischen Urwalds erleben möchte, findet hier ein einzigartiges Naturjuwel.